Argumente

WAS WÄREN DIE AUSWIRKUNGEN DER GEPLANTEN ERWEITERUNG AUF LOKALER/REGIONALER EBENE?

| Agrarindustrielle Großbetriebe verdrängen bäuerliche Betriebe oder zwingen diese in Abhängigkeit zu ihnen
(nicht zuletzt durch weitere Steigerung der Pachtpreise)

| Mehrbelastung durch Verkehr (Futter-, Milch-, Schlacht- und Zuchtrindertransporte), Ausbau von kleinen Straßen für Schwerverkehr (punktuell starke Konzentration im  1-km-Radius rund um die Bünkemühle)

| massive Steigerung schädlicher Emissionen

| Gefährdung von nahegelegenen Biotopen, Naturschutzgebieten, Gewässern und Bereichen mit hoher Bedeutung für Arten und Lebensgemeinschaften

| noch mehr Gülle/Gärreste, Stickstoff, Ammoniak … zunehmende Gefahr durch multiresistente Keime und Bioaerosole

| massive Zunahme des Wasserverbrauchs

| weitere Überbauung von landwirtschaftlich genutzten Flächen

| Zerstörung der bislang noch halbwegs intakten Kulturlandschaft durch Großbauten, Zerstörung der dörflichen Struktur

 

WAS WÄREN DIE AUSWIRKUNGEN AUF GLOBALER EBENE?

| noch mehr Milchüberschussproduktion

| noch mehr auf Hochleistung gezüchtete „Milchkühe“
(diese Turbo-Züchtung verursacht Leid, egal wie gut die Haltungsbedingungen sind)

| noch mehr Kälber, die schon nach wenigen Lebensmonaten als Schlachtvieh getötet werden

| noch mehr Verschwendung von Nahrungsmitteln als Futtermittel

| noch mehr Antibiotika-Einsatz und somit die weiter steigende Gefährdung durch Resistenzen

| noch mehr Treibhausgas-Emissionen
»Die Viehhaltung hat enorme Auswirkungen auf die Umwelt:
18% der gesamten Treibhausgasemissionen in CO2-Äquivalenten und
9% aller anthropogenen CO2-Emissionen, einschließlich der fossilen Brennstoffe zur Herstellung der erforderlichen Inputs, gehen auf ihr Konto.«
(Weltagrarbericht, Global, S. 518)

 


DETAILLIERTERE ARGUMENTE

| Baugesetzbuch:

§ 35 Bauen im Außenbereich
(1) Im Außenbereich ist ein Vorhaben nur zulässig, wenn öffentliche Belange nicht entgegenstehen, die ausreichende Erschließung gesichert ist (…)

(3) Eine Beeinträchtigung öffentlicher Belange liegt insbesondere vor, wenn das Vorhaben (…)
2. den Darstellungen eines Landschaftsplans oder sonstigen Plans, insbesondere des Wasser-, Abfall- oder Immissionsschutzrechts, widerspricht,
3. schädliche Umwelteinwirkungen hervorrufen kann (…)
4. unwirtschaftliche Aufwendungen für Straßen (…) erfordert,
5. Belange des Naturschutzes und der Landschaftspflege, des Bodenschutzes, des Denkmalschutzes oder die natürliche Eigenart der Landschaft und ihren Erholungswert beeinträchtigt oder das Orts- und Landschaftsbild verunstaltet,
(…)

Raumbedeutsame Vorhaben dürfen den Zielen der Raumordnung nicht widersprechen; (…)

Auf Basis dieser Bestimmungen lässt sich feststellen:

  • Die ausreichende Erschließung ist für einige Teile des Vorhabens nicht gegeben.
  • Im Raumordnungsplan ist für einige betroffene Bereiche das Ziel Naturschutz definiert, das Vorhaben widerspricht diesem Ziel.
  • Unwirtschaftliche Aufwendungen für Straßen wären erforderlich.
  • Belange des Naturschutzes, des Bodenschutzes, die natürliche Eigenart der Landschaft und ihr Erholungswert würden beeinträchtigt.
  • Das Orts- und Landschaftsbild würde verunstaltet.

 

| Ökologie – es gibt in dem betroffenen Gebiet:

  • große Artenvielfalt in der Region durch viele Wälder, Knicks zwischen den Feldern, wenig monotone Großflächen
  • mehrere Klein-Naturschutzgebiete im Umkreis von 3 km
  • aufwändige und teure Renaturierung von Bachläufen in unmittelbarer Umgebung des geplanten Betriebes
  • eine Zunahme der Störche
  • äußerst seltene natürliche Quellgebiete am Geestrücken des Wesertales
  • das größte Orchideengebiet (mit ca. 4000 Wurzelstöcken) frei lebender heimischer Orchideen nördlich der Alpen unter strengstem Naturschutz – in 0,5 km Entfernung zum geplanten Kälberstall
  • seltene Pflanzen, Vogel- und Kleintierarten

 


WEITERE FRAGEN

| wieviel der „selbst“ produzierten Milch könnte in der geplanten Käserei verarbeitet werden?
» Wie groß müssten Betriebsanlagen sein, die für die nach Aussagen der Antragsteller*innen angestrebte 100%ige Eigenverwertung ausgelegt wären?
» weiterer Ausbau nötig?
» Wie viel mehr Verkehr durch den Transport von Produkten?

| Inwieweit würde parallel zum Ausbau des Milchbetriebes der Zuchtbereich expandieren?
» Wieviel Transportaufkommen würde allein das bedeuten (Rinderhandel/-export, Embryonenhandel?, Transport zu Leistungsschauen/Wettbewerben)?

– Wir fordern verbindliche Angaben dazu!

| Arbeitsbedingungen
» welcher Art würden die Arbeitsverhältnisse sein? Weshalb gehen die Antragsteller*innen davon aus, dass „vorwiegend Migranten“ beschäftigt würden? Sind die Arbeitsbedingungen so schlecht, dass davon auszugehen ist, dass hier Ansässige zu solchen Arbeiten nicht zu bewegen wären?
» Würde es einen Betriebsrat geben?

| Antibiotika
» mit Erhöhung des Tierbestandes in Massenhaltung geht der vermehrte Einsatz von Antibiotika einher.
Das ist höchst problematisch. Die Gefahr der Entwicklung von multiresistenten Keime wächst weiter. Die Wirksamkeit von Antibiotika lässt nach und kann (auch) für Menschen bedeuten: Krankheiten, die wir zur Zeit als harmlos ansehen, können (wieder) zur tödlichen Gefahr werden.